© Dalmatiner von der hohen Würde 2002 - 2026
Ich persönlich habe bestimmte Vorstellungen, wie mein Dalmatiner oder auch die Welpen die ich züchte bzw. gezüchtet habe, phänotypisch aussehen
sollten oder auch zukünftig aussehen sollen. Dazu gehört ein wohlproportionierter Körper der auf die Größe des Hundes abgestimmt sein sollte. Ich
persönlich bin ja ein Fan von den etwas größeren Dalmatinern. Am liebsten habe ich es, wenn das Wauzi neben mir herläuft und ich meine Hand leicht
auf seinen Kopf legen kann. Chanook hatte die perfekte Größe für mich, mit seinen 63 cm. Obwohl er recht groß war, hatte er einen sehr athletischen
Körperbau, lange Beine und einen herrlich geraden Rücken. Ich mochte seine tiefe Brust und die hoch aufgezogene Bauchlinie. Leider fehlte es ihm an
ordentlicher Vorbrust, sodass es für mich immer aussah, als bestünde seine Vorhand aus zwei Stelzen. Auch nicht so schön fand ich seine lose
Kehlhaut und es schien, als hinge ein Hautlappen an seiner Kehle.
Nichts destotrotz, war mein Nooki mein Traum- und Seelenhund. Sein Kopf war so schön, dass ich mich stundenlang nur damit beschäftigen konnte
ihn regelrecht anzuglotzen. Außerdem hat er viele tolle Kinder gezeugt. Gesunde Kinder, hörende Kinder, epilepsiefreie Kinder.
Und dann kam der Mocha. Mochaccino ist vom Aufbau her schon der perfekte Hund. Er hat eine gute Vorbrust, einen super geraden, leicht
abschüssigen Rücken, einen hohen Widerrist, eine feste Kehlhaut und einen schönen Rutenansatz. Mocha konnte wundervoll stehen. Wenn er sich
bei Ausstellungen präsentieren sollte, stand er ohne Leine traumhaft nach vorn gezogen, mit stetig erhobenem Kopf. Ein Anblick für Götter. Das war
ihm nicht antrainiert. Mocha hatte schon seit Welpe an diese Ausstrahlung und diesen Stand. Aaaaaber: für mich war er mit seinen gerade einmal 60
cm (mit beiden Augen zugekniffen) etwas zu klein. Auch fehlte ihm der kräftige Kopf und seine Tüpfelung war mir etwas zu viel und verlaufen.. Doch so
schön sein Äußeres auch war, mit seinem Zuchteinsatz hielten Taubheit und Epilepsie einzug, die über seine Oma Onya eingeschleppt wurde.
Wenn ich meine Zucht in einigen Jahren wieder aufnehme, möchte ich schon gerne an dem optischen Rassestandard anknüpfen. Mein neuer
Langhaarrüde Gandhi, erfüllt hierfür bis dato sehr gute Voraussetzungen. Unten zeige ich mal mal auf, wie ein korrekter Rassestandard auszusehen
hat.
1. Stirn (flach, schwache Stirnfurche)
2. Oberschädel (flach, leichte seitliche Abrundung)
3. Nacken (gerade)
4. Widerrist (sichtbar ausgebildet)
5. Rücken (gerade und fest)
6. Lende (trocken, leicht gewölbt)
7. Kruppe (muskulös, nicht mehr als 30° abfallend)
8. Rutenansatz (Kruppenverlängerung, nicht zu hoch angesetzt)
9. Rute (gerade, ca. bis zum Sprunggelenk reichend, möglichst betupft)
10. Oberschenkel (muskulös)
11. Sprunggelenk (kräftig)
12. Hintermittelfuß (Länge des Sprunggelenkes um 20-25 % des Widerrists)
13. Pfoten (geschlossen, parallel gestellt, Katzenpfoten erwünscht)
14. Knie (kräftig, gut geformt, Kniebeuge ca. 40 ° der Horizontallinie)
15. Leiste (lang aufgezogen)
16. Unterbauch (hoher Bauchschwung)
17. Unterbrust (in Höhe des Ellenbogengelenks)
18. Ellenbogengelenk (deutlich abgesetzt, am Körper anliegend)
19. Vordermittelfuß (kräftig, leicht geneigt)
20. Handgelenk (kräftig)
21. Schultergelenk (Schulterecke ca. 115° - 120 °)
22. Vorderbrust (nicht zu breit aber geräumig, keine Tonnenform)
23. Brustbeinspitze (deutlich sichtbar angesetzt)
24. Hals (gerade, breit angesetzt, nach oben hin schmaler werdend)
25. Kehle (möglichst keine lose Kehlhaut)
26. Fang (trocken, kräftige Kiefer)
27. Nasenschwamm (breite Nasenflügel, duchpigmentiert)
28. Nasenrücken (gerade)
29. Stop (mäßig bis gut betont, jedoch kein 90 ° Stop)
Profillinie: die Proflillinie besteht aus den Ziffern 15,16 und 17
1. Oberschädel (flach, leichte seitliche Abrundung)
2. Ohrenansatz (auf der vertikalen Linie zum äußeren Augenwinkel)
3. Ohrleder (weich, eng am Kopf anliegend, meliert oder betupft
wünschenswert)
4. Ohr (auf Höhe des inneren Augenwinkels oder Stop, Form eines
gleichschenkligen Dreiecks)
5. Nasenrücken (gerade)
6. Ohrenspitze (sanft abgerundet)
7. Mundwinkel (leicht ausgeprägter Mundwinkel, dürfen nicht
übermäßig dick sein oder überhängen)
8. Lefzen (eng anliegend, möglichst durchpigmentiert)
9. Kehle (möglichst keine lose Kehlhaut)
10. Nasenschwamm (durchpigmentiert, breite Nasenflügel)
11. Fang (trocken bemuskelt)
12. Kiefer (kräftig, gut ausgeprägt)
13. Augensaum (möglichst durchpigmentiert)
14. äußerer Augenwinkel (möglichst auf der horizontalen Linie mit
dem inneren Augenwinkel)
15. Auge (oval bis mandelförmig, klar)
16. Stop (mäßig bis gut betont, keinen 90 ° Stop)
17. Stirn (flach, schwache Stirnfurche)
Fang: der Fang besteht aus den Ziffern 5,7,11 und 12
Hier finden Sie einen Vergleich zwischen rechts
(mangelhafter Haltungsfehler) und links (korrekte Haltung)
1. rechts Ohrenansatz ist deutlich zu hoch und liegt nicht auf
der vertikalen Linie zum äußeren Augenwinkel, Oberschädel
zeigt einen zu hohen Hinterhaupthöcker, Stirnfurche ist nicht
erkennbar
1. links guter Ohrenansatz, breiter und flacher Oberschädel,
Stirnfurche erkennbar,
2. rechts Ohrenspitze deutlich zu hoch und schließt nicht mit
Wangenknochen ab, Ohrenform zeigt kein
gleichschenkliges Dreieck
2. links Ohrenspitze abschließend mit Wangenknochen,
Ohrenform zeigt gleichschenkliges Dreieck
3. rechts Ohren sind nach oben gezogen und befinden sich
nicht mal in der Nähe des inneren Augenwinkels oder des
Stops
3. links Ohren schließen bündig mit dem Stop ab
Aber ist ein Rassestandard wirklich so wichtig ?
Tatsächlich kommt es ganz auf den Menschen an, der sich seinen Hund aussucht. Es gibt Menschen, denen ist der Standard mal schnurzpiegegal. Sie sehen einen Hund, sie
verlieben sich in den Hund und beide sind damit unheimlich glücklich. Doof wird es nur dann, wenn die Nichtbeachtung des Standards einer Zucht zu Haltungsfehlern und
daraus resultierenden, gesundheitlichen Problemen führen kann. Wie z.B. der Karpfenrücken. Ein Karpfenrücken kann angeboren sein, im Alter durch zu schwache
Rückenmuskulatur erworben werden oder einen medizinischen Hintergrund haben wie z.B. Arthrose oder Bandscheibenvorfälle.
Hunde, die seit ihrer Geburt einen Karpfenrücken haben, sollten nicht zur Zucht eingesetzt werden, da diese Fehlstellung der Wirbelsäule weitervererbt wird. Solch eine
Fehlstellung KANN im Laufe der Jahre zu Rückenprobleme führen wie z.B. Spondylose. Auch kann der betroffene Hund Probleme beim Laufen, Springen oder Aufstehen
entwickeln, da die natürliche Haltung der Wirbelsäule und die Verbindung zum Becken gestört ist. Solch eine körperliche Anomalie muss sich nicht auf jeden Welpen
phänotypisch weitervererben aber dennoch trägt ein körperlich gesunder Welpe diese Fehlstellung in seinen Genen und kann sie dann wiederum an seine Nachkkommen
weitergeben.
Hier finden Sie einen Vergleich zwischen oben (mangelhaftes
Gebäude) und unten (korrektes Gebäude)
1. oben Rundrücken oder auch Karpfenrücken
1. unten gerader Rücken
2. oben zu stark abfallende Kruppe, mehr als 30 ° abfallend
2. leicht abfallende gute Kruppe
3. oben zu tiefer Rutenansatz, Ansatz nicht abgesetzt
3. unten normaler Rutenansatz, Ansatz abgesetzt
Diese Fehlentwicklung des Gebäudebereiches ist vererbar und
wirkt sich zudem auf die gesamte Haltung des Hundes aus.
Gerade im Hüftbereich belastet der Hund falsch und versucht
dann die Fehlstellung auszugleichen. Dies kann mit
zunehmenem Alter zu Arthrosebildung und Spondylose führen.
Mir persönlich gefällt der körperliche Standard so wie er ist. Mal davon abgesehen, dass ein Interessent sich diesen Rassehund aus einem
bestimmten Grund aussucht nämlich, weil sein Körperbau eben so ausschaut wie er ausschaut.