© Dalmatiner von der hohen Würde 2002 - 2026
Nach vielem Hin und Her, aus welchem Kennel mein neuer Welpe nun sein soll, ist die Entscheidung gefallen und das Warten wird
sicherlich belohnt werden.
Ursprünglich wollte ich von keinem anderen Züchter, außer aus dem renomierten Kennel “Christi Ormond”, einen Welpen in die
Familie holen. Dann spielte das Schicksal ein wenig Roulette und präsentierte mir eine neue Zuchtstätte.
In Color of Fame Spots (COF), fand ich den idealen Züchter. Die Person hinter dem Kennel, hat mich nicht nur mehr als überzeugt, wir
befinden uns auch auf einer Wellenlänge. Ihre Ansichten in Bezug auf die Zucht und zukünftige züchterische Vorhaben, sind
beispiellos. Die Aufzucht der Welpen ist makellos und mit mittlerweile 9 Würfen ist sie erfahren, lernt aber immernoch gerne dazu und
möchte sich stets weiter entwickeln.
Nachdem man sich kennengelernt und vor allem aber Vertrauen aufgebaut hat, ist die Entscheidung, von ihr einen Welpen zu
adoptieren, relativ schnell gefallen.
Unser neues getupftes Familienmitglied ist definitiv ein Rüde. Der Vater ist ein schwarz-weißer, langhaariger, LUA N/Hu,
brauntragender, lemontragender Dalmatiner aus Amerika. Die Mutter ist eine weiß-schwarze, kurzhaarige Hündin aus Amerika. Zudem
ist sie reinerbig LUA N/N, braunträger und langhaarträger.
Beide Elterntiere haben eine vollständige Ahnentafel vom AKC. Die Kennel der Elterntiere sind bekannt für ihre geringe Taubheitsrate
und für ihre farbenfrohe Zucht. Karpfenrücken, Knickruten, Kupferspreicherkrankheit sowie Epilepsie, gibt es dort nicht.
Und nun ist die endgültige Entscheidung gefallen. Ursprünglich sollte es ein anderer Rüde aus dem Wurf sein, aber beim ersten Besuch
am 08.06.2025, passierte nichts. Kein Gefühl hüpfte auf mich über, ganz im Gegenteil. Als ich meinen vermeintlichen Favoriten auf den
Arm nahm, zitterte er wie Espenlaub und konnte mich noch nicht einmal ansehen.
Gandhis Einzug
Am 07.07.2025 machten Gandhi und ich uns aus dem schönen Diepenau auf den Weg nach Hause, ins hektische Berlin. Die Autofahrt verlief ruhig, jedoch findet Gandhis Magen
Autofahren noch nicht so toll. Nichts destotrotz blieb er die 4 Stunden ruhig und entspannt. Im neuen Zuhause angekommen, zeigte sich seine tolle amerikanische Seite. Im Vergleich
zu den typisch europäisch gezogenen Linien, sind die Amerikaner, insbesondere die Langhaardalmatiner, wesentlich entspannter, selbst im Welpenalter. Diese typische Nervosität und
Aufdringlichkeit haben bis dato alle Langhaaramis nicht. Leichten Fußes taperte er in sein neues Zuhause und begrüßte enorm sanft die restliche Familie. Von Ängstlichkeit keine Spur,
erkundete er selbstbewusst den Garten und das ganze Haus.
Gandhi lernt enorm schnell. Er ist folgsam und leinenführig. Er achtet stets auf seinen Menschen und nimmt Korrekturen außergewöhnlich gut an. Die Katze Paula von Omi ist ihm nicht
ganz geheuer, denn sie ist größer als er und plüschiger, wobei Paula eine wirkich liebe Katze ist. Unsere Häschen hingegen sind zwar ebenfalls plüschig aber kleiner als er und er lässt
es sich nicht nehmen doch täglich nachzufragen, ob er mit ihnen spielen darf. Wobei ich mir noch nicht sicher bin, ob es wirklich reiner Spieltrieb ist, oder ein Hauch von Beuteinstinkt.
Wenn es um fremde Menschen geht, hat Gandhi sein eigenes Tempo. Von den Meisten mag er sich nicht anfassen lassen. Er entscheidet selbst darüber, wen er riechen kann und wen
nicht. In seinem Zuhause jedoch, können es ihm gar nicht genug Streicheleinheiten sein. Zuhause möchte er am liebsten in seine Menschen hineinkriechen. Ich persönlich finde es
schön, dass ein Hund sich nicht von allen antatschen lässt, zu jedem hinläuft und womöglich noch an den Beinen hochspringt, nur um eine Streicheleinheit zu bekommen. Gerade weil
er wirklich zuckersüß aussieht und dazu noch sein Plüschfell zum schmusen einlädt, meinen viele Menschen, den Lütten unbedingt anfassen zu müssen, was ich jedoch nicht
unterstütze.
Gandhi liebt unsere Kinder. Aus dem sonst gechillten Plüschi wird plötzlich ein aktives Fellmonster, das sich Erik und Lilly regelrecht aufdrängt. Er grinst und möchte mit ihnen spielen,
sie abluuuutschen und am liebsten die ganze Zeit bei ihnen sein.
Stubenrein ist er mittlerweile auch schon und das dauerte nur wenige Tage. Am 10.07.2025 hatte er seine erste Vorstellung beim Tierarzt. Einfach mal “Hallo” sagen, sich ordentlich
durchknuddeln lassen und ein paar Leckerlies abgreifen. Eine Entwurmung hat er bei seiner Züchterin bekommen und zukünftig wird er nur bei akutem Befall, nach vorheriger Kotprobe
entwurmt. Bzgl. Impfungen werde ich schauen, was mein Bauchgefühl mir sagt. Da er jedoch die Grundimmunisierung hat, sind dieses Jahr vorerst keine weiteren Tierarztbesuche
mehr geplant.
Gandhis Entwicklung (Stand 02.01.2026)
Mittlerweile ist Gandhi mit 8 Monaten ein Teenager und entwickelt sich hervorragend. Körperlich wächst er gleichmäßig und hat die Phase, in der Teenager eigentlich teilweise furchtbar
aussehen, einfach mal übersprungen, und ich bin mit seiner körperlichen Entwicklung bis dato sehr zufrieden. Gandhi war eine Zeit lang recht groß für sein Alter und seine Pfoten
lassen noch ein paar Zentimeter Wachstum erahnen. Er hat jetzt hübsche 60 cm und wiegt 25 kg bei einer sportlichen Figur. Sein Fell ist an einigen Stellen schon recht lang, besonders
auf dem Rücken und am Hals. Die Befederung der Rute lässt noch etwas zu wünschen übrig, aber ich weiß, dass da noch ordentlich etwas kommen wird.
Was ich bei Hunden sehr mag ist, wenn sie absolut parallel stehende Pfoten haben und bei Gandhi ist das absolut der Fall. Das sieht man auch daran, dass seine Gliedmaßen optimal
auf einer Linie verlaufen (Knie, Hüfte, Ellenbogen) und alles vorwärts gerichtet ist. Nichts schaut nach außen oder innen, sodass sich daraus sein unvergleichlicher, vorwärts gerichteter
Stand erkärt. Sein Kopf ist kräftig, plüschig und mit einem guten Mimikspiel. Er hat sehr schön geformte Ohrlappen mit einem perfekten Ohrenansatz. Außergewöhnlich ist, dass seine
Tüpfelung eher an einen ursprünglichen, statt an einen neumodisch gezüchteten Dalmatiner erinnert. Trotz seines Fleckenreichtums, hat er nicht einen zusammenlaufenden Tupf. Alle
Tupfen sind klar voneinander angegrenzt, zwar mit ein paar Lücken versehen und unregelmäßig, aber dennoch steht jeder Tupf für sich alleine.
Sein Verhalten ließ in den letzten Wochen etwas zu wünschen übrig. Testosteron stieg, und fiel, und stieg wieder. Kastraten, Mädels die zu nett waren, Mädels die irgendwann mal heiß
waren, Mädels die ihn anschimpften: eigentlich fast jedes Mädel fand er super lecker und er ließ es sich nicht nehmen 100 Mal nachzufragen, ob er aufreiten darf. Seine Ohren waren
natürlich zu und da konnte ich schimpfen wie ein Rohrspatz: Gandhi war taub. Nachdem ich Wochenlang mehrmals am Tag tiefgründige Gespräche mit ihm geführt habe, konnte ich
ihn davon überzeugen, dass es besser ist auf Mutti zu hören, als die Alternative.
Mitterweile hat er auch seine Stimme entdeckt und festgestellt, dass Mutti es super findet wenn er aufpasst und verdächtige Grashalme oder unbekannte Geräusche anknurrt. Ein vom
Wind umhergeschobener Stuhl wird auch mal angebellt, nur um seinem Standpunkt Ausdruck zu verleihen, dass Stühle sich nicht zu bewegen haben.
Zu den Kindern und der restlichen Familie ist er nachwievor unterwürfig, kuschelig und super lieb. Dass die Häschen auch zur Familie gehören, ist ihm allerdings noch immer nicht klar
und ich denke, das wird auch nix mehr werden. Er hat zwar nicht den Drang sie zu töten, jedoch sagt ihm sein Trieb, dass er sie fangen muss. Ich weiß zwar nicht was er tun würde,
wenn er mal ein Häschen fängt, aber ich will es auch gar nicht herausfinden. So sind Hund und Hase getrennt voneinander im Garten, wobei die Häschen hier den Kürzeren ziehen
und nur noch alle paar Tage den Garten für sich in Anspruch nehmen dürfen. Dafür haben sie jedoch einen weiteren Stall nebst Auslauf dazu bekommen, sodass sie wenigstens einen
Hauch von Freiheit am Tag spüren können.
Gandhi kann nun auch, wie alle seine Vorgänger, auf dem Gehweg ohne Leine laufen. Zwar sind Menschen und Hunde die ihm begegnen noch immer die größte Ablenkung für ihn,
aber daran arbeiten wir täglich. Gandhi ist sehr wisbegierig und findet Kunststücke total toll. Er ist mit einer unbändigen Begeisterung dabei und auch tägliche Lektionen beim Gassi
saugt er regelrecht in sich auf. Sein Radius zu mir beim gassi hat sich mitterweile auch in einem angenehmen Bereich angesiedelt, sodass Korrekturen nun auch ohne Megafon von
mir an ihn weitergereicht werden können.
Gesundheitlich ist bei Gandhi im Großen und Ganzen nichts auszusetzen. Ein paar typische Kinderkrankheiten, die sich jeder Junghund mal einfangen kann, besonders wenn er in die
Pubertät kommt. Gandhi wird noch immer gebarft, wobei hier noch immer nicht klar ist, was denn der Herr gerne für ein Mahl kredenzt haben möchte. Möchte der Herr heute kein
Kaninchen ? Nein ?? Dann doch lieber vielleicht etwas Wild mit Preißelbeeren an Petersilienkartoffeln ??? Eigentlich frisst Gandhi gut. Kein Vergleich jedoch zu meinen Europäern, die
jedes Futter verschlungen haben, als wäre es das letzte Essen. Gandhi frisst gemütlich. Nein er frisst nicht: er luuuutscht sein Essen. Es darf nicht zu viel Futter an seine Lefzen
kommen, das mag der Herr nämlich gar nicht. Was er überhaupt nicht mag ist Pferd, und Kaninchen kann er auch nicht mehr viel abgewinnen. Aber ansonsten freut er sich regelmäßig
wenn Fütterungszeit ist und wehe du bist über die Zeit hinaus. Dann kann es schonmal sein, dass er zum Telefon greift und Peta anruft, weil er ja schließlich am verhungern ist.
Ansonsten ist er noch immer der entspannte Hund, den ich kennengelernt habe. Wenn die Witterung ausgedehnte Spaziergänge nicht zulässt, erträgt er dies mit einer beispiellosen
Ruhe. Auch Tierarztbesuche sind kein Problem und solange Mutti an seiner Seite ist, kann der Tierarzt alles mit ihm machen. Sollte Gandhi sich so weiter entwickeln, steht einer
späteren Zuchtzulassung nichts im Weg. Auch qualifiziert er sich so als super Blutspender und wird, wenn er alt genug ist, wie alle meine Hunde in Düppel als Blutspender registriert.
Nein, das war nicht mein Hund. Dann nahm ich Herrn Grün auf den Arm und wieder passierte nichts. Auf beiden Seiten ein definitives Nein. Und dann kam Herr Lila. Das Schwänzchen
hörte gar nicht auf zu wedeln, mein Ohr wurde fürchterlich abgeluuutscht und meine Nase geküsst. Er schmuste, drückte sich fest an mich, als ob er in mich hineinkrauchen wollte.
Ja !! Das ist mein Hund !! Normalerweise ist es Petra, die für ihre Schützlinge die passenden Menschen aussucht. In ihrer Zucht geht es nicht darum, dass sich der Mensch nach
wohlgefallen einen Hund aussucht um sich glücklich zu machen: Petra sucht für ihre Welpen den passenden Menschen aus von dem sie meint, dass der Welpe dort ein lebenslanges
Hundeglück findet. Wenige Züchter haben das Talent, auf Anhieb zu erkennen, welcher Hund für wen geeignet ist. Mit einer Trefferquote von über 90 % ist das schon recht ordentich.
Tatsächlich geht es den meisten Züchtern darum, ihren Nachwuchs zügig und gewinnbringend an den Menschen zu bringen. Es spielt oft keine Rolle, ob der Hund das auch wirklich
möchte. Selbst wenn alle Anzeichen gegen ein gemeinsames Leben sprechen, ignorieren zukünftiger Besitzer sowie Züchter diese Anzeichen und dann kommt es unweigerlich zu
Problemen und sogar zum erneuten Umzug des Wauzis.
Warum hat Petra mir keinen passenden Welpen ausgesucht? Weil ich genau wie sie, ausschließlich auf die Chemie achte, die bei beiden Parteien stimmen muss. Ich wollte
ausschließlich einen Welpen, der mich absolut und unangefochten antriggert. Ich hätte damals auch Kante aus ihrem K-Wurf nehmen können, aber auch er war einfach nicht mein
Hund und Kante, war auch von mir nicht sonderlich begeistert. Nun muss ich aber auch dazu sagen, dass ich ihr nicht wirklich eine Wahl gelassen habe und Petra sich sicherlich
bewusst war, dass ich ganz genau wusste was ich wollte und nicht auf Biegen und Brechen irgendeinen COF Knopf genommen hätte, nur um einen Hund zu haben.
Bei Gandhi es ist nicht nur die Chemie die stimmt, sondern das Gesamtpaket. Er ist recht entspannt, hat aber eine Meinung. Er lässt sich nicht unterbuttern, reagiert aber auf Ansagen
seiner Geschwister mit Respekt. Er reagiert sofort auf Anweisung, ist neugierig und zeigt keine Spur von Ängstlichkeit. Sein Folgetrieb ist hoch und er ist sehr, sehr freundlich. Auf
Kinder geht er langsam zu und springt nicht mal ansatzweise hoch. Er hat eine ordentliche Substanz, ist aber nicht zu knochenstark. Die Wurfabnahme hat er entspannt über sich
ergehen lassen. Augen und Ohren nachsehen, im Maul rumfummeln ob alle Milchzähne da sind, ohne auf die Finger zu beißen. Rundherum das, was ich mir gewünscht habe.
© Dalmatiner von der hohen Würde 2002 - 2026