
Es gibt einmal die FCI Rassebeschreibung, eine eher abgespeckte und charakteristisch veraltete Version und einmal die genetische Rassebeschreibung, mit gesammelten Berichten von vielen Dalmatiner-Besitzern, über den wahren Charakter der Tupfenmonster.
Äußerliche Eigenschaften
- Rassename: Dalmatiner
- Größe: 54-65 cm (je nach Geschlecht und Zuchtlinie)
- Gewicht: 22-30 kg (je nach Geschlecht)
- Herkunft: eigentlich unbekannt, gemunkelt wird Kroatien/Dalmatien
- genetische Fellvarianten: Kurzhaar, Langhaar, Lockig, Rauhaar
- genetische Tupfenfarben: schwarz, braun, lemon, tan, brindle, sable, wild sable
- genetische Tupfenaufhellung durch Dilution: schwarz zu blau, braun zu creme
- genetische Farbintensität durch Intens: lemon zu lemonlight oder weiß, tan zu tanlight
Überwiegend vorkommend, positive charakterliche Eigenschaften
- intelligent
- freundlich
- albern
- lauffreudig
- neugierig
- beschützend
- wasserliebend
- futterorientiert
- leicht zu trainieren
- familienbewusst
- rudelfreundlich
- hohe Fremdtierakzeptanz
- will dem Menschen gefallen
- Spielzeugliebend
Ab und an vorkommende, negative charakterliche Eigenschaften
- Stöberdrang
- Jagdtrieb
- bellfreudig
- Nervosität
- Ängstlichkeit
- geringe Akzeptanz gegenüber Artgenossen
Gesundheitliche Vorteile der Rasse
- kaum HD belastet
- kaum ED belastet
- Autoimmunkrankheiten kommen kaum vor
- Zahnprobleme kommen so gut wie nie vor
- Augenerkrankungen kommen kaum vor
Seltene, gesundheitliche Einschränkungen
- Spondylose (tritt wenn dann meist erst im Rentenalter auf)
- Arthrose/Arthritis (tritt wenn dann meist erst im Rentenalter auf)
- Herzprobleme (könnten im Senioralter mal auftreten)
- Hämophilie A (ganz seltene Erkrankung, die über die Eltern genetisch auszuschließen ist)
- Epilepsie (tritt wenn dann in bestimmten Blutlinien auf)
- Lysosomale Speicherkrankheit (sehr selten und über die Eltern genetisch auszuschließen)
- Zwergwuchs (sehr selten und über die Eltern genetisch auszuschließen)
Genetische Erkrankungen
- Bildung von Harnsteinen können, müssen aber nicht auftreten (richtige Fütterung hilft)
- angeborene einseitige oder beidseitige Taubheit (wird vor Abgabe eines Welpen getestet)
Ab und an auftretende Beeinträchtigungen
- Allergien
- Unverträglichkeiten
- Ohrentzündungen
Zusammenfassung
Im Großen und Ganzen ist der Dalmatiner ein richtig sympatisches Allround-Talent. Ihm wird oft nachgesagt, dass er eine schwierige Rasse ist und nicht für Anfänger geeignet, aber das trifft ganz und gar nicht zu. Der Dalmatiner ist nicht für faule, ideenlose Menschen oder für Menschen mit zu wenig Zeit geeignet. Wer sich einen Dalmatiner holt, muss ein bewegungsfreudiger Mensch sein, der es liebt seinen Hund mit dabei zu haben. Der Dalmatiner ist äußerst menschenbezogen. Er liebt seine Menschen über alles und verbringt wahnsinnig gerne viel Zeit in seiner Gesellschaft. Sei es nun im Garten, wenn Mutti Unkraut jätet oder wenn in der Küche gekocht wird. Da wo sein Mensch ist, legt er sich auch einfach gerne dazu und beobachtet.
Der Dalmatiner ist ein Hund, der sich über Bewegung freut. Ballspiele, Kunststücke, Radtouren, Schwimmen oder andere körperliche Aktivitäten sind ihm immer herzlich willkommen. Das heißt aber nicht, dass man mit dem Wauzi stundenlang und 5x am Tag spazieren gehen muss, damit er ausgelastet ist. Das ist ein absoluter Mythos. Stupide, lange Gassigänge machen den Dalmatiner nicht glücklich und lasten ihn auch nicht aus. Dann Zuhause angekommen schnappt er sich ein Spielzeug und fragt dich, ob du mit ihm spielen kannst. So ensteht das Missverständnis, das der Dalmatiner ein Powerpaket ist, dass schwer zu bändigen ist.
Hier ist die richtige Form der Auslastung entscheidend. 15 Minuten Balljagen oder ein Aguilityparcours im Garten reichen schon aus, um ihn für Stunden glücklich zu machen. Am Abend noch eine ordentliche Runde gassi im Auslaufgebiet, wo er andere Hunde treffen kann und zum Schluss noch ein Kong mit Leckerlies oder Quark gefüllt. Jeder Tag etwas anders gestaltet und man hat einen glücklichen Dalmatiner an seiner Seite.
Ruhephasen sind ebenso entscheidend, wie die körperliche oder psychische Auslastung. Und zur psychischen Auslastung, gehört es auch den Dalmatiner richtig zu erziehen und ihm Gehorsam sowie Grenzen aufzuzeigen. Ein führungsloser Dalmatiner übernimmt dann selbst gerne die Führung und das lässt sich ggf. nachher schwer korrigieren. So entsteht ebenfalls das Missverständnis, dass der Dalmatiner gerne macht was er will.
Der Dalmatiner ist eine robuste, von Krankheit wenig betroffene Rasse, die vielseitig einsetzbar und absolut familientauglich ist. Er ist für Hundeanfänger, Sportbegeisterte, bewegungsfreudige Menschen sowie für Familien mit Kindern und Tieren sehr gut geeignet. Durch seine enorme äußerliche Vielfalt, ist optisch eigentlich für jeden etwas dabei. Es sollten möglichst nur Züchter ausgewählt werden, die ihre Elterntiere umfassend genetisch durchgetestet haben.
