Der Dalmatiner: bunt und Vielfalt treffen aufeinander
Es gibt einmal die FCI Rassebeschreibung, eine eher abgespeckte und charakteristisch veraltete Version und einmal die genetische Rassebeschreibung, zusammen mit gesammelten charakterlichen Berichten von vielen Dalmatiner-Besitzern, über den wahren Charakter der Tupfenmonster.
Äußerliche Eigenschaften
Größe: 54-65 cm (je nach Geschlecht und Zuchtlinie)
Gewicht: 22-30 kg (je nach Geschlecht)
Herkunft: eigentlich unbekannt, gemunkelt wird Kroatien/Dalmatien
genetische Fellvarianten: Kurzhaar, Langhaar, Lockig, Rauhaar
Gesundheitliche Vorteile der Rasse
kaum HD belastet
kaum ED belastet
Autoimmunkrankheiten kommen kaum vor
Zahnprobleme kommen so gut wie nie vor
Augenerkrankungen kommen kaum vor
Seltene, gesundheitliche Einschränkungen
Spondylose (tritt wenn dann meist erst im Rentenalter auf)
Arthrose/Arthritis (tritt wenn dann meist erst im Rentenalter auf)
Herzprobleme (könnten im Senioralter mal auftreten)
Hämophilie A (ganz seltene Erkrankung, die über die Eltern genetisch auszuschließen ist)
Epilepsie (tritt wenn dann in bestimmten Blutlinien auf)
Lysosomale Speicherkrankheit (sehr selten und über die Eltern genetisch auszuschließen)
Zwergwuchs (sehr selten und über die Eltern genetisch auszuschließen)
Genetische Erkrankungen
Bildung von Harnsteinen können, müssen aber nicht auftreten (richtige Fütterung hilft)
angeborene einseitige oder beidseitige Taubheit (wird vor Abgabe eines Welpen getestet)
Ab und an auftretende Beeinträchtigungen
Allergien
Unverträglichkeiten
Ohrentzündungen
Zusammenfassung
Im Großen und Ganzen ist der Dalmatiner ein richtig sympatisches Allround-Talent. Ihm wird oft nachgesagt, dass er eine schwierige Rasse ist und nicht für Anfänger geeignet, aber das trifft ganz und gar nicht zu. Der Dalmatiner ist nicht für faule Sesselpupser oder für Menschen mit zu wenig Zeit geeignet. Wer sich einen Dalmatiner holt, muss ein bewegungsfreudiger Mensch sein, der es liebt seinen Hund mit dabei zu haben. Der Dalmatiner ist äußerst menschenbezogen. Er liebt seine Menschen über alles und verbringt wahnsinnig gerne viel Zeit in seiner Gesellschaft. Sei es nun im Garten, wenn Mutti Unkraut jätet, wenn Papi auf die Toilette geht oder wenn in der Küche gekocht wird. Da wo sein Mensch ist, legt er sich auch einfach gerne dazu und beobachtet.
Der Dalmatiner ist ein Hund, der sich über Bewegung freut. Ballspiele, Kunststücke, Radtouren, Schwimmen oder andere körperliche Aktivitäten sind ihm immer herzlich willkommen. Das heißt aber nicht, dass man mit dem Wauzi stundenlang und 5x am Tag spazieren gehen muss, damit er ausgelastet ist. Das ist ein absoluter Mythos. Stupide, lange Gassigänge machen den Dalmatiner nicht glücklich und lasten ihn auch nicht aus. Dann Zuhause angekommen schnappt er sich ein Spielzeug und fragt dich, ob du mit ihm spielen kannst. So ensteht das Missverständnis, das der Dalmatiner ein Powerpaket ist, dass schwer zu bändigen ist.
Hier ist die richtige Form der Auslastung entscheidend. 15 Minuten Balljagen oder ein Aguilityparcours im Garten reichen schon aus, um ihn für Stunden glücklich zu machen. Am Abend noch eine ordentliche Runde gassi im Auslaufgebiet, wo er andere Hunde treffen kann und zum Schluss noch ein Kong mit Leckerlies oder Quark gefüllt. Jeder Tag etwas anders gestaltet und man hat einen glücklichen Dalmatiner an seiner Seite.
Ruhephasen sind ebenso entscheidend, wie die körperliche oder psychische Auslastung. Und zur psychischen Auslastung, gehört es auch den Dalmatiner richtig zu erziehen und ihm Gehorsam sowie Grenzen aufzuzeigen. Ein führungsloser Dalmatiner übernimmt dann selbst gerne die Führung und das lässt sich ggf. nachher schwer korrigieren. So entsteht ebenfalls das Missverständnis, dass der Dalmatiner gerne macht was er will.
Oft wird gesagt, dass der Dalmatiner einen Garten „braucht“. Auch das trifft nicht zu. Ein Dalmatiner kann ebenso super in einer Wohnung gehalten werden. Solange genügend Auslastung und Spaß vorhanden ist, ist es dem Dalmi recht egal ob er in einem Haus mit Garten, oder einer Wohnung gehalten wird.
Der Dalmatiner ist eine robuste, von Krankheit wenig betroffene Rasse, die vielseitig einsetzbar und absolut familientauglich ist. Er ist für Hundeanfänger, Sportbegeisterte, bewegungsfreudige Menschen sowie für Familien mit Kindern und Tieren sehr gut geeignet. Durch seine enorme äußerliche Vielfalt, ist optisch eigentlich für jeden etwas dabei.
Züchterauswahl
Es sollten ausschließlich Züchter ausgewählt werden, die ihre Elterntiere umfassend, genetisch getestet haben. Eine Testung auf Farbeigenschaften zum Ausschluss von Farben ist nicht ausreichend um gesunde Nachkommen zu gewährleisten. Auch Ausstellungstitel qualifizieren einen Dalmatiner nicht als guten Zuchthund, da bei Ausstellungen ausschließlich äußerliche Merkmale bewertet werden. Dazu sollten Kompatibilitätstest der Elterntiere (DLA Gene) durchgeführt, sowie der genetische Inzuchtkoeffizient bestimmt worden sein.
